freidenker-signet  
 
  zurueck

Trennung von Staat und Kirche


hierzu aus der "Berliner Erklärung"
Deutscher Freidenker-Verband (1994)

Politische Entscheidungen sollen keiner religiösen Legitimation bedürfen.

Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften müssen von staatlicher Einmischung frei sein.

Meinungs- und Gewissensfreiheit sowie Religions- und Weltanschauungsfreiheit als unveräußerliche Menschenrechte sind zu garantieren. Niemand darf wegen Zugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit zu einer Kirche, Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft priviliegiert oder diskriminiert werden.

Die staatliche Erfassung des religiösen Bekenntnisses sowie der staatliche Einzug der Kirchensteuer verletzen die Religionsfreiheit sowie den Datenschutz und sind einzustellen.

Die Taufe unmündiger Kinder darf keine Rechtsansprüche der Kirchen an den Staat begründen, die Mitgliedschaft in Kirchen, Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften ist nach den für alle geltenden Gesetzen zu erwerben. Der Austritt ist gegenüber der Gemeinschaft und nicht gegenüber staatlichen Stellen zu erklären.

Alle Konkordate und Verträge, die besondere Rechte und Beziehungen zum Staat begründen, sind zu kündigen. Staatsleistungen zur "Wiedergutmachung" der Säkularisierung von kirchlichem Besitz im Gefolge der Französischen Revolution sind einzustellen.

Alle steuerrechtlichen und sonstigen Bestimmungen, die zur Privilegierung oder Ungleichbehandlung der Mitglieder von Kirchen, Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaften führen, sind aufzuheben.

In kirchlichen Einrichtungen muss das allgemeine Arbeits- und Tarifrecht sowie das Personalvertretungsrecht uneingeschränkt gelten.

Die öffentliche Hand muss flächendeckend eine ausreichende Zahl von weltanschaulich-bekenntnismäßig neutralen Sozialeinrichtungen anbieten. Der freie Zugang zu Ausbildung und Beschäftigung in sozialen und erzieherischen Berufen ist auch für konfessionsfreie Menschen zu gewährleisten.

Die staatliche Organisierung und Finanzierung der Militär- und Anstaltsseelsorge ist zu beenden.

Das Recht auf Kriegsdienstverweigerung darf nicht von religiösen Motiven abhängig gemacht werden, es muss uneingeschränkt auch für Konfessionsfreie gelten.

Öffentliche Pflichtschulen müssen als Gemeinschaftsschulen weltanschaulich neutral sein, Missionierung und Glaubensunterweisung darf nicht auf Kosten aller Steuerzahler stattfinden.

Verfassungs- und gesetzliche Bestimmungen, die Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach und Lehrplanbestandteil garantieren, sind aufzuheben. Daraus folgt auch, dass es keine Verpflichtung zur Teilnahme an einem Zwangs-"Ersatz"unterricht (z. B. Ethik) geben darf, was einen Bedarf an moralisch-sittlichem Nachhilfeunterricht für konfessionsfreie Schülerinnen und Schüler unterstellt.

Der Religions- und Weltanschauungsfreiheit entspräche ein Unterrichtsfach, das von einem neutralen Standpunkt über Geschichte und Inhalte von Religionen und philosophischen Richtungen informiert, und so die mündige, eigenverantwortliche Orientierung ermöglicht und befördert.

"Konkordats"-Lehrstühle an öffentlichen Hochschulen und Universitäten sind abzuschaffen, öffentliche Zuschüsse für kircheneigene Bildungseinrichtungen sind zu streichen.


kal_motiv_april


nach_oben

 

   
rot rot abstand abstand abstand abstand abstand abstand abstand
abstand abstand