Freidenker*innen Ulm/Neu-Ulm Neujahrsempfang: Die Neujahrsansprache von Walter Eckhardt

Ansprache beim Neujahrsempfang der Ulmer Freidenker*innen 2020 am
6.1.2020
. Von Walter Eckhardt

Liebe Freidenker*innen, liebe Gäste,

Die meisten von uns haben im vergangenen Jahr in der Natur, im Freundeskreis und im nahen persönlichen Umfeld – so hoffe ich jedenfalls – viele schöne „wärmende“ Momente erlebt – der heutige Jahresempfang wird ja vielleicht auch ein solcher Moment – , die die Grundlage für einen Optimismus des Herzens abgeben können und ohne den wir es in dieser Welt auch nicht aushalten könnten.

Das darf uns aber nicht daran hindern unseren Verstand zu gebrauchen und die überindividuellen außerhalb unseres persönlichen Umfeldes liegenden Dinge, die Welt, die Umwelt und die Ereignisse, die auf uns einwirken und zurückwirken werden, mit kühler Klarheit und aufgeklärtem Verstand anzuschauen und zu deuten.

Und das ist jetzt und hier meine Aufgabe. Ich bin der von unserem Verein verpflichtete Bote, der wie schon in den vergangenen Jahren fast nur schlechte Nachrichten aus der in unserer Zeit zusammenfallenden nahen und fernen Welt – aus Politik und Gesellschaft – überbringen kann. Ich muss deshalb notwendigerweise ein Pessimist des Verstandes sein. Ich halte es also mit dem italienischen Marxisten Antonio Gramsci, der unter noch viel schwierigeren gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen gesagt hat, er sei ein Pessimist des Verstandes und ein Optimist des Herzens.